Gestaltungsformen

Formen der Interkommunalen Zusammenarbeit

Egal welches Handlungsfeld für die Interkommunale Kooperation ausgewählt wird, allen gemeinsam muss eine Organisationsform der Zusammenarbeit zu Grunde gelegt werden. Dabei stehen beispielhaft die folgenden vier Organisationsformen zur Verfügung.

Diese Organisationsformen sollten im Hinblick darauf gewählt werden, welche die Zukunftsfähigkeit der Kommunen am besten gewährleisten kann. Zur Bewertung müssen Parameter, die sich auf die kommunalen Rahmenbedingungen auswirken, für einen mittelfristigen Zeitraum untersucht werden. Ziel ist dabei nicht nur die gegenwärtige Situation der Kommunen zu betrachten, sondern gezielt die Formen der Zusammenarbeit als Verbesserung und Weiterentwicklung zu analysieren.

Bei der Vertiefung der IKZ bleibt die Selbstständigkeit der Kommunen beibehalten. Positiv hervorzuheben ist die hohe Kooperationsflexibilität dieser Organisationsvariante, die beliebig ausgeweitet werden kann.

Der Gemeindeverwaltungsverband ist in seiner Organisationsstruktur und der gemeinsamen Strategieausrichtung weitaus komplexer. Vorteil dieser Variante ist, dass trotz der Zusammenlegung von Organisationsbereichen die Selbstständigkeit der Kommunen und die örtliche Identität der Bürger und Bürgerinnen bestehen bleibt.

Der Begriff des Gemeindeverwaltungsverbands gibt es in Hessen und Baden-Württemberg. In anderen Bundesländern können ähnliche Zusammenschlüsse gefunden werden, die jedoch unter anderem Namen laufen. Beispielsweise wird in Bayern und Thüringen die Bezeichnung Verwaltungsgemeinschaft verwendet und in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt spricht man von Verbandsgemeinden.

Bei der Fusion von Kommunen zu einer Einheitsgemeinde wird die örtliche Identität verringert, jedoch werden für Bürger neue Leistungsbereiche erschlossen. Die Leistungsfähigkeit der Verwaltung wird gesteigert u.a. durch Spezialisierungseffekte des Personals. Hervorzuheben ist die Flexibilität der Einheitsgemeinde, da nach erfolgreicher Fusion weiterhin die Möglichkeit zur einfachen Erweiterung der IKZ mit anderen Kommunen besteht. Ein „Klein“ und „Groß“ wie bei den anderen Organisationsformen wird hier durch ein „Wir“ ersetzt.

Dass Interkommunale Zusammenarbeit ein immer wichtigeres Thema wird zeigt die stetig steigende Anzahl an Projekten. Allein in Hessen liegen bereits über 200 Projekte im Bereich der Interkommunalen Zusammenarbeit vor. Viele davon bereits abgeschlossen, aber ebenso viele noch in der Vorbereitung. Das Land Hessen fördert die IKZ finanziell und erleichtert somit den Kommunen die Entscheidung, die teils komplexe Zusammenarbeit anzugehen.