Herangehensweise

Konzept zur Implementierung Interkommunaler Zusammenarbeit

Interkommunale Zusammenarbeit ist je nach Ziel und beteiligten Kommunen ein sehr komplexes Handlungsfeld. Während der engen Zusammenarbeit müssen Ziele und Meinungen der Partnerkommunen in Einklang gebracht werden. Die Wahl der passenden Partnerkommune ist deshalb der erste Schritt zu einem erfolgreichen Projektverlauf. Der Partnersuche liegt die Überlegung zu Grunde, welches Problem gelöst oder welches Ziel angestrebt wird und wie die Kooperation mit einer anderen Kommune dabei weiterhelfen kann. Die Interkommunale Zusammenarbeit sollte darum nie das Ziel, sondern nur das Mittel zur Zielerreichung sein.

Um festzustellen, welche der Gestaltungsformen Interkommunaler Zusammenarbeit, die am besten geeignete ist, empfiehlt es sich insgesamt sieben aufeinander abgestimmte Strategie- und Konzeptionsphasen zu durchlaufen. Die durchgängige Projektbegleitung und -management ist unerlässlich, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und nicht vom ursprünglichen Ziel abzukommen.

Interkommunale Zusammenarbeit

In der Eröffnungsveranstaltung (Kick-Off) werden die exakten Projektziele definiert. Diese Zielbestimmung zu Beginn des Projekts dient dazu die Erwartungen aller Projektpartner zu vereinheitlichen, damit Unstimmigkeiten zwischen den Kommunen im Projektverlauf vermieden werden. Im Kick-Off wird außerdem die Projektorganisation festgelegt. Dazu zählt sowohl die personelle Besetzung als auch die Zuordnung von Verantwortlichkeiten. Im  besten Fall werden die Projekte nicht zu groß aufgebaut oder in kleinere Ziele unterteilt, um die Erfolge auch in der kurzen Frist sichtbar zu machen. Diese Sichtbarkeit ist besonders für die Öffentlichkeitsarbeit entscheidend. Da Interkommunale Kooperation oftmals auch eine emotionale Ebene auf Seiten der Bürger und Bürgerinnen  mitsichbringt sollten die handelnden Kommunen stets die Transparenz wahren und Poltik und Öffentlichkeit miteinbeziehen.

Nach Aufbau der Projektorganisation werden die strategischen Entscheidungsparameter entwickelt, festgelegt und in ihrer Reihenfolge bewertet. Dies dient bereits zu Projektbeginn zum Aufbau eines Entscheidungsmodells, welches zum Ende in einem Bewertungsverfahren aller harten und weichen Faktoren mündet.

Anschließend sollte die aktuelle Situation der beteiligten Kommunen hinsichtlich organisatorischer, personeller und finanzieller Gesichtspunkte analysiert werden. Das grundsätzliche Verständnis der Aufgabenumfänge, Leistungsstrukturen und Rahmenbedingungen ist Voraussetzung für die Bewertung der Gestaltungsform Interkommunaler Zusammenarbeit.

Basierend auf der Bestandsaufnahme können nun die Modelle Interkommunaler Zusammenarbeit erarbeitet werden. Ebenso sollte man sich darüber einig werden, welche Aufgaben von den Kommunen in Kooperation erledigt werden und welche weiterhin bei den einzelnen Kommunen verbleiben.

Die Bewertung der Zukunftsfähigkeit der verschiedenen Organisationsvarianten erfolgt anhand eines Bewertungsverfahrens, dafür bietet sich eine Nutzwertanalyse an. Diese berücksichtigt neben wirtschaftlichen Effekten auch die Frage, mit welchem Grad der Akzeptanz bei Bürgern, Mitarbeitern der Verwaltung und der kommunalen Politik die gewählte Variante realisiert werden kann.

Die wirtschaftlichen Effekte werden von der Bewertung der verwaltungsorganisatorischen und soziokulturellen Effekte durch die Nutzwertanalyse klar getrennt, da letztere überwiegend qualitative, nicht messbare Faktoren enthalten. Jede Interessengruppe mag aufgrund ihrer unterschiedlichen Betroffenheit, ihrer Funktion, Lebenssituation oder Erfahrung eine differenzierte Meinung zur Bewertung haben. Um eine objektive Einschätzung zu gewährleisten empfiehlt es sich einen externen Berater heranzuziehen, der die unterschiedlichen Interessenslagen berücksichtigt und mit den sachlichen Argumenten zusammenbringt.

Ausgehend von der geschaffenen Bewertungsgrundlage wird in der letzten Projektphase ein Umsetzungs- und Zeitplan erarbeitet.