Software – die Mutter aller Probleme der Digitalisierung

Von der These der "guten" Software

Beginnen wir mit einer provokativen These zur Digitalisierung. Software gesteuerte Prozesse sind nicht die Antwort auf die Frage: Wie funktioniert Digitalisierung? Prozesse, die wir heute haben, lassen sich nicht allein durch Software optimieren.

Der kommunale Weg zur „Digitalisierung“ ist komplex und von vielen Angeboten und Softwareversuchungen geprägt. Eine Vielzahl von Digitalisierungsstrategien und Handreichungen verschiedener Ministerien auf Bundes- und Länderebene geben den kommunalen Ent­scheidungsträgern zwar ansatzweise Rahmenbedingungen vor, sind für die Umsetzung auf kommunaler Ebene aber unbrauchbar und liefern so keine klaren Handlungsempfehlungen für die Kommunen. Die Vielzahl der Herangehensweisen verleitet die kommunalen Verwaltungen in der Regel dazu, für Problemstellungen orientierte Lösungen zu entwickeln.

Zunächst erstellen diese ein Maßnahmen­paket zur Erreichung der gesetzlichen Mindestanforderungen, wie zum Beispiel in Bezug auf das Online-Zugangsgesetz oder die Vorgaben zur Einführung der E-Akte und E-Rechnung. Zusätzlich setzen sich die Kommunen über Zweckverbände oder in Eigenregie mit dem Ausbau der Glasfaserinfra­struktur auseinander. Diese reaktive Herangehensweise – temporäre Soft- und hardware nutzen, „nutzen was der Markt hergibt“, Einzelfallbetrachtung für Fachprobleme – ist aus unserer Sicht mittel-/ und langfristig nicht zielführend.

Müssen Kommunen den Aufgabenstellungen der Digitalisierung nicht eher kommunenspezifisch, organisa­tions- und prozessorientiert begegnen? Welche Rollen spielen hierbei die Mitarbeiter der Verwaltung und welche die Bürger? Die digitale Transformation umfasst Mitarbeiter, die Art und Weise der Kommunikation, hat Auswirkungen auf die Arbeitswelt und die Verwaltungsabläufe. Die Entwicklung der digitalen Transformation kann jedoch in unterschiedlichen Szenarien verlaufen. 

Eine aktuelle Umfrage (kommunal.de) zeigt, dass sich knappe 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wünschen, dass sich ihre Kommune der digitalen Zukunft stellen solle. 66 Prozent der Befragten trauen ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde zu, dies auch bewältigen zu können und die Digitalisierung so zu einer Entlastung der kommunalen Verwaltung führt. Die digitale Transformation soll einen Nutzen für die Bürger und die Verwaltung schaffen. Sie soll helfen, Prozesse zu vereinfachen, offen, transparent und kommunikativ auszugestalten. Trotzdem ist sicherzustellen, dass die Verwaltung bürgernah bleibt und die Digitalisierung nicht zu Selbstzweck verkommt.

Was können eigentlich die Verwaltungen tun?

Kommunale Verwaltungen in Deutschland sind mit einer Fülle von täglichen Pflichtaufgaben betraut – beispielsweise der Sicherstellung einer ordentlichen Kassenführung. Daneben übernehmen Städte und Gemeinden in Deutschland freiwillige Aufgaben, zu denen zweifelslos auch die digitale Transformation gehört, welche alle Lebens- und Arbeitsbereiche innerhalb einer Kommune betreffen wird.

Für uns jedoch stellt die Digitalisierung keine freiwillige Aufgabe dar, sondern ist für eine zukunftsfähige Kommune unverzichtbar! Das Onlinezugangsgesetz ist Pflichtaufgabe und was heute noch eine freiwillige Leistung ist, kann morgen schon zur Pflichtaufgabe werden.

Daher empfehlen wir eine strategische Herangehensweise, da die digitale Transformation die Prozesse der Verwaltung verändert. Um Veränderungen handhabbar zu halten, ist es sinnvoll, eine Vision auf vorhandenem Organisationswissen zu generieren und die digitale Transformation nicht aus der Perspektive des Einzelproblems zu betrachten, sondern Lösungsorientiert.

Digitalisierung macht dort Sinn, wo sie Nutzen stiftet für die Verwaltung und/oder den Bürger.

Die digitale Transformation ist ein Veränderungsprozess, der durch die richtige Herangehensweise beherrschbar, kontrollierbar und planbar bleibt. Durch die Digitalisierung werden verschiedene Bereiche anders und neu zu bearbeiten sein. Digitalisierung ist eine Aufgabe der Kernverwaltung! Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen.

Quelle: kommunal.de: „Digitalisierung: Bürger wünschen sich schnellere Umsetzung!“, unter: https://kommunal.de/digitalisierung-umfrage (abgerufen am 30.10.2019).

 

 
 

Über GE/CON

Die GE/CON GmbH ist ein Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen. Als Strategie- und Managementberater für Public Management blicken wir mittlerweile auf mehr als 20 erfolgreiche Jahre voller Herausforderungen und Erfahrungen zurück. Aus dem Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar heraus, setzt sich die GE/CON Kommunalberatung für die Entwicklung von Zukunftsmodellen kommunaler Betriebe und Verwaltungen in ganz Deutschland ein. Im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen grundsätzlich die Erhaltung der Handlungsfähigkeit kommunaler Organisationen. Der Beratungsansatz fokussiert sich daher auf die Modernisierung von Prozess- und Organisationslandschaften kommunaler Leistungen, der Konzeption und Realisierung von interkommunaler Zusammenarbeit in kommunalen Betrieben und Kernverwaltungen, sowie dem Aufbau neuer Organisationseinheiten nach Re-Kommunalisierung, PPP, interkommunale Zusammenarbeit und deren kaufmännische Begleitung.

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